Straßengebrüll II

Ich ziehe heulen durch die Neonstraßen

und werde eins mit dem Gegenwartszauber aus

röhrenden Bussen, Kaffeedampf & zerbrochenem Glas

das auf dem regenüberzogenen

Bürgersteig glänzt.

Ich marschiere mit den heimlichen Heiligen

in der überfüllten U-Bahn,

den Müttern, den Tagelöhnern

und den Dichtern, die Tinte

auf zerdrückte Zigarettenstummel

tropfen lassen.

Weite deine Lungen,

alter Liebhaber der Freiheit,

atme die rohe Luft!

Der jahrhundertealte Lärm von

Verlangen & Verzweiflung

zerstreut sich wie Tauben bei der

Morgendämmerung.

Und ich bin noch immer hier

und schreibe meine Zeilen hinein in das

pochende, glühende Herz

dieser fiebrigen Welt.

Hinterlasse einen Kommentar