“Ich bin ein Karmanaut und ich tausche meine Zweifel, mein Klagen und meinen Namen gegen ein One-Way-Ticket für den letzten Zug ins Ungewisse – im Gepäck Chaos, Übermut und Poesie.”

Neuste Beiträge

Der Reisende

„Manche Menschen verschwinden einfach, haben nie existiert.“ Der Reisende notierte das in einem kleinen Notizbuch, das er stets bei sich trug. Draußen begann der Tag. Alles folgte den gewohnten Wegen. Die Läden in der Innenstadt wurden geöffnet, Menschen hetzen zum Bahnsteig, um noch ihren Zug zu erwischen. Der Obdachlose packte sein nächtliches Lager zusammen und zog weiter, während die Möwen… Weiterlesen Der Reisende

Der Mond über Golgatha

Das letzte Gefühl dieser Welt schwebt einsam durch den Raum, ohne je gefühlt zu werden. Mauern verbauen sich selbst den Weg in die Freiheit und Glasperlen spielen im Wind ein gefährliches Spiel. Selbst die Gestirne verlieren ihre Position im großen Ganzen. Und ich? Ich nähe mir Flügel an, will aufsteigen und sinke doch nur zu Boden. Ich habe den Makel… Weiterlesen Der Mond über Golgatha

Tobsuchtsanstalt

Ich tobe auf dem Dachboden der Vernunft, wo mich niemand findet. Ich tobe und werfe Handküsse über Pariser Balustraden. Ich tobe, um dem Trott zu entkommen. Ich tobe, um es zu spüren, dieses Pulsieren in mir, den vibrierenden Kosmos. Tobe auch du! Stoß dich aus deinen leeren Augenhöhlen heraus. Gemeinsam toben wir, hier, in unserem Schlupfwinkel, wo wir uns beim… Weiterlesen Tobsuchtsanstalt

Tragsamkeit

Der Abend nagt an deinen Knochen – wie erlösend die Nacht sein könnt‘. Doch deine Augen brennen brennen immerzu – kein süßer Schlaf. Geheimnisse vertraust du dem Zimmer an deinem stillen Beichtsaal – die erhoffte Erlösung aber bleibt aus. Sich mit allem versöhnen, das braucht Kraft. Alles annehmen, auch den verklingenden Enthusiasmus.

Ravel

I Du betrittst deine Wohnung. Der Geruch ist dir vertraut, obwohl du dich sofort wieder davon abwenden möchtest. Aber wohin solltest du gehen? Die tristen Straßen draußen erträgst du noch weniger. Hier drinnen, wo das Licht mehr verheimlicht, als es offenbart, ist die Luft schwer. Du atmest dein Schicksal, das mit jedem Atemzug beharrlicher an dir haften bleibt. Wie jeden… Weiterlesen Ravel