“Ich bin ein Karmanaut und ich tausche meine Zweifel, mein Klagen und meinen Namen gegen ein One-Way-Ticket für den letzten Zug ins Ungewisse – im Gepäck Chaos, Übermut und Poesie.”

Neuste Beiträge

Tobsuchtsanstalt

Ich tobe auf dem Dachboden der Vernunft, wo mich niemand findet. Ich tobe und werfe Handküsse über Pariser Balustraden. Ich tobe, um dem Trott zu entkommen. Ich tobe, um es zu spüren, dieses Pulsieren in mir, den vibrierenden Kosmos. Tobe auch du! Stoß dich aus deinen leeren Augenhöhlen heraus. Gemeinsam toben wir, hier, in unserem Schlupfwinkel, wo wir uns beim… Weiterlesen Tobsuchtsanstalt

Tragsamkeit

Der Abend nagt an deinen Knochen – wie erlösend die Nacht sein könnt‘. Doch deine Augen brennen brennen immerzu – kein süßer Schlaf. Geheimnisse vertraust du dem Zimmer an deinem stillen Beichtsaal – die erhoffte Erlösung aber bleibt aus. Sich mit allem versöhnen, das braucht Kraft. Alles annehmen, auch den verklingenden Enthusiasmus.

Ravel

I Du betrittst deine Wohnung. Der Geruch ist dir vertraut, obwohl du dich sofort wieder davon abwenden möchtest. Aber wohin solltest du gehen? Die tristen Straßen draußen erträgst du noch weniger. Hier drinnen, wo das Licht mehr verheimlicht, als es offenbart, ist die Luft schwer. Du atmest dein Schicksal, das mit jedem Atemzug beharrlicher an dir haften bleibt. Wie jeden… Weiterlesen Ravel

Nachtlob

Gebannt von der Magie der Nacht – ich erstrahle dem Mondlicht gleich. Kein Schlaf. Keine Einsamkeit. Der Tag gleitet von meinen Schultern, dieses schwere Gewandt, ich lege es ab und ich lebe mich frei. Selbstversunken verweile ich die Stunden, umhüllt von einem dunklen Kristall. Gebannt von irdischem Schweigen – ich lausche Gottes Gesang. Zu einem Lichterhimmel wird mein Sinnen und… Weiterlesen Nachtlob

Auflösung

I Du erwachst aus einem Traum. Ein ganzes Leben hast du geträumt und fast schon wieder vergessen. Alles erscheint dir plötzlich fremd – auch dein eigener Name. Erschöpft suchst du nach Sinn auf einer Karte ohne Beschriftung. II Du schaust in dich selbst hinein, schaust durch dich selbst hindurch und schaust zurück. Das Gelebte nimmt keine Gestalt mehr an –… Weiterlesen Auflösung