Mahnen

Ob ich meinen täglichen Pfaden folge

oder Umwege nehme,

du weichst nicht von meiner Seite.

Kehre ich zurück in mein stilles Zuhause,

bist du bereits da.

Breche ich auf zu weiten Reisen,

entferne ich mich nicht von dir.

In allem erkenne ich dich.

In allem wohnst du.

In allem wirkst du.

Du durchdringst die Tage und die Nächte.

Du bist zwischen wirbelndem Laub

und im Regentropfen, der unvermittelt

meine Wange berührt.

Du bist in meinem Brot, obgleich ich es teile

oder selbst verspeise.

Du bist im Lachen der Kinder,

im Singen der Vögel,

im Brüllen des Löwen.

Du ruhst in allem,

und alles ruht in dir.

Und doch bin ich voller Ungeduld.

Und doch ist meine Seele rasend.

Dass du meine Wiege bist,

vergesse ich zu oft.

Ich muss mich mahnen.

Und mahnen will ich mich,

so wie ich am Tage meine Speise will

und in der Nacht meinen Schlaf.

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