Ménage-à-trois

Das Echo der Alten Zeit flüstert in meinem Schädelraum. Unbeweglich scheint mein Gemüt, wie die Flasche Wein, die sich der Schwerkraft beugt. Der Qualm der Zigaretten dagegen ist frei. Ich will ihn einsaugen, zurück in meine trockenen Lungen. „Wie viele Züge bei einem Schachspiel möglich sind?“ Ich weiß nicht wieso ich das frage. Sollte ich lieber das Leuchten des Mondes kritisch beäugen? Die heimischen Propaganda-Apparate ignoriere ich jedenfalls. Mir ist schon der Umstand am Leben zu sein, Unterhaltung genug – ein unlösbares Rätsel. So manche einsame Nacht wird mir mit Erinnerungen versüßt, doch die Bitterkeit folgt. Ich tanze mit ihnen, mit Bitterkeit und Süße, Ménage-à-trois im Halblicht, während draußen die Kälte an der Häuserfassade nagt. Ich habe es verpasst, das große Fest (wie man mir im Traum erklärte). Komm, lass mich in Deine Augen schauen, um das letzte Glitzern dieses versäumten Festes zu erhaschen, Deine Mosaikaugen, die mir aus der Nähe betrachtet ein Rätsel sind. Werde ich auf der anderen Seite lachen? Die andere Seite, Du weißt, von der alle sprechen. Es mangelt mir nicht an Gelegenheiten diesen Sprung zu wagen, doch ich halte fest an der Gewohnheit, so wie die Flasche Wein an der Schwerkraft festhält – zu störrisch sind wir beide. Zwischen uns aber tanzt der Qualm, so frei.

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